Coronaubestuhlung Raum ACV
© IAKW-AG Ludwig Schedl

„Die Buchungslage für 2021 sieht aktuell sehr gut aus“

Susanne Baumann-Söllner, die seit Dezember 2012 für den Betrieb des Austria Centers Vienna verantwortlich ist, glaubt an die Zukunft der Kongresse.

Wird der virtuelle Kongress zum neuen Standard?

Baumann-Söllner: Ich denke und hoffe nicht. Im Büro sitzen, die Vorträge auf dem Schirm mitverfolgen und online miteinander diskutieren – das kann nicht der Weisheit letzter Schluss sein. Einige Kunden, die das ausprobiert haben, freuen sich bereits, wenn ihr Kongress wieder vor Ort in Wien stattfindet.

Wie sind ihre Pläne für die Ausrichtung künftiger Kongresse?

Wir gehen davon aus, dass Kongresse nach wie vor gefragt sind, wenn auch mit speziellen Anforderungen. Dazu gehört ein Hygienekonzept, das wir anbieten. Und dann natürlich umfassende Testungen. Es gibt einen Test, an dem das IMBA in Wien gerade forscht und der innerhalb einer halben Stunde Auskunft gibt, ob jemand positiv oder negativ ist. Der Einsatz eines solchen Tests würde zukünftig mehr Sicherheit geben und dementsprechend auch größere Veranstaltungsformate ermöglichen. Entscheidend wird sein, dass dieser für Veranstalter kostengünstig ist und verlässliche Ergebnisse liefert. Auch wenn viele Veranstalter bereits auf virtuelle Kongresse umgestellt haben, möchten wir allen Teilnehmern und Kunden anbieten, ihren Kongress hybrid abzuhalten. Diejenigen, die kommen wollen, sollen kommen können und jene, die aufgrund von Reisebeschränkungen nicht kommen können, sollten virtuell dazu geschaltet werden. Die Pandemie kann sich, wie Experten sagen, in Teilen der Welt noch bis 2022 hinziehen, die wirtschaftlichen Folgen könnten noch bis 2024 oder 2025 spürbar sein.

Was heißt das für das Austria Center Vienna bezüglich technischer Ausstattung?

Hier rüsten wir bereits nach. Wir sind dabei, Pakete zu erarbeiten, um unseren Kunden flächendeckend ausgereifte Lösungen für Hybrid-Veranstaltungen anbieten zu können.

Das Austria Center ist eine der größten Veranstaltungslocations in der Stadt. Wie schaut die Kapazität unter Corona-Bedingungen aus?

Seit Anfang September sind Veranstaltungen bis maximal 5.000 Personen im Rahmen der Lockerungsverordnung erlaubt. Mit einer zukünftigen Testung aller Teilnehmer könnten wir unsere Kapazitäten natürlich noch deutlich besser auslasten, da vielleicht dann auch die Hygienebeschränkungen entsprechend gelockert werden. Bis dahin greift unser Hygienekonzept: Ein Meter Abstand, und wenn der nicht einhaltbar ist, Maskenpflicht. Dazu Desinfektionsmittel, klare Wegführungen und „Einbahnen“, Abstände bei Tischen, Sesseln und laufende Frischluftzufuhr.

Gibt es Konzepte, wie man virtuell an Kongressen teilnehmenden Personen ein spezielles Wien-Gefühl vermitteln kann?

Unser größter Kunde, der Radiologenkongress ECR, hat im Juli vorgeführt, was möglich ist. Es gab virtuelle Wien-Führungen, ein virtuelles Konzert, zudem wurden gemeinsam mit dem Vienna Convention Bureau an unterschiedlichsten Orten Videos gemacht. Andere Kunden wiederum haben das Kongresszentrum in den Mittelpunkt gestellt, von hier aus Videos gedreht und damit ein Wien-Feeling verbreitet.

Wann geht es im Austria Center wieder mit größeren Veranstaltungen los?

Ab September starten wir mit einer Reihe kleinerer, nationaler Veranstaltungen, größere internationale Veranstaltungen gibt es erst nächstes Jahr wieder.

Wie sieht die Buchungslage für 2021 aus?

Sehr gut. Unsere Hoffnung ist, dass wir all das, was gebucht ist, auch umsetzen können.

Alle Informationen zum Austria Center Vienna finden Sie auf der Website www.acv.com

Mehr Informationen zur Planung einer Veranstaltung finden Sie im Venue Finder des Vienna Convention Bureaus.

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